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Sonaten von Mendelssohn, Britten und Franck.

Handelsblatt, Juli 2005
Herrlich rücksichtlos
Das bloße Talent entlarvt sich im modernen Musikzirkus oft dadurch, dass es "nur"
spielt, um sich und anderen zu gefallen und seine Fähigkeiten zu genießen. Das
Genie aber tut aus einer inneren Notwendigkeit heraus, was es tun muss: spielen,
um zu spielen. Und diesen Unterschied hört man eben auch. Der 26jährige Bonner
Cellist Danjulo Ishizaka, Wunderkind deutsch-japanischer Eltern, zählt zweifellos
zur letzteren Kategorie. Der brave Titel "Cello Sonatas" seiner Debüt-CD hält
Gott sei Dank nicht, was er verspricht. Denn es handelt sich hier um ein explosives
Gemisch aus geistreich-süßen Cello-Kantilenen, virtuosem Saiten-Feuerwerk und
rabiat-raubkatzenhaftem Zugriff voll hemmungsloser Leidenschaft auf ein eher biederes
Genre: die Sonate. Die Kronberg Academy hat gut daran getan, Ishizaka für seine
herrlichen Rücksichtslosigkeiter zu belohnen und mit einem Schnabel-Cello auszustatten,
das zuvor dessen Lehrer Boris Pergamenschikow gespielt hat. Wie sich das live
anhört, kann man im August beim Schleswig Holstein Musikfestial und am 14. und
18. September beim Kronberger Cello Festival erleben. Die CD heizt die Lust darauf
gewaltig an.
Birgitta vom Lehn
Cello Sonatas: Felix Mendelssohn-Bartholdy, Benjamin Britten, Cesar Franck.
Danjulo Ishizaka (Cello), Martin Helmchen (Klavier).
Erschienen bei Sony Classical

Hören Sie Ausschnitte aus dieser CD:
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